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	<title>leben lieber sockenlos &#187; Gedichte</title>
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		<title>Liebes-Lied</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 09:49:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fei</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Herbst und es ist Zeit für Melancholie und Gedichte. Es scheint so, als sollte dieser Herbst ein Rilke-Herbst werden: Liebes-Lied von Rainer Maria Rilke Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern DIngen? Ach gerne möchte ich sie bei irgenwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Herbst und es ist Zeit für Melancholie und Gedichte. Es scheint so, als sollte dieser Herbst ein Rilke-Herbst werden:</p>
<p><strong>Liebes-Lied</strong><br />
<em>von Rainer Maria Rilke</em></p>
<p>Wie soll ich meine Seele halten, daß<br />
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie<br />
hinheben über dich zu andern DIngen?<br />
Ach gerne möchte ich sie bei irgenwas<br />
Verlorenem im Dunkel unterbringen<br />
an einer fremden stillen Stelle, die<br />
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.<br />
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,<br />
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,<br />
der aus zwei Saiten <em>eine</em> Stimme zieht.<br />
Auf welches Instrument sind wir gespannt?<br />
Und welcher Spieler hat uns in der Hand?<br />
O süßes Lied.</p>
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		<title>Der Herbst und der Panther</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 10:55:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fei</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Pünktlich zum Herbst habe ich ein schönes Herbstgedicht zugeschickt bekommen und ein wunderbares Gedicht über den Panther. Herbsttag von Rainer Maria Rilke Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los. Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gib ihnen noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pünktlich zum Herbst habe ich ein schönes Herbstgedicht zugeschickt bekommen und ein wunderbares Gedicht über den Panther.</p>
<p><strong>Herbsttag</strong><br />
<em>von Rainer Maria Rilke </em></p>
<p>Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.<br />
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,<br />
und auf den Fluren laß die Winde los.</p>
<p>Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;<br />
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,<br />
dränge sie zur Vollendung hin und jage<br />
die letzte Süße in den schweren Wein.</p>
<p>Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.<br />
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,<br />
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben<br />
und wird in den Alleen hin und her<br />
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.</p>
<p style="text-align: center;">* * * * *</p>
<p><strong>Der Panther</strong><br />
<em>von Rainer Maria Rilke </em><br />
(im Jardin des Plantes, Paris)</p>
<p>Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe<br />
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.<br />
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe<br />
und hinter tausend Stäben keine Welt.</p>
<p>Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,<br />
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,<br />
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,<br />
in der betäubt ein großer Wille steht.</p>
<p>Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille<br />
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,<br />
geht durch der Glieder angespannte Stille –<br />
und hört im Herzen auf zu sein.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ein Moment für ein Gedicht</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 10:52:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fei</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Graphik von Maria Luisa Belleli Ich hab&#8217; die viel zu vielen Dinge entfernt, die Schatten werfen und Hindernis sind. Ich hab&#8217; mein Leben wie Trauben von mir gelöst, doch über mir mit der Zeit gewachsen. Ich hab&#8217; mich gesehn wie man im Gegenlicht die Finger einer Hand sieht. Und auf diesem einfachen Bild, in diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Graphik</b><br />
<em>von Maria Luisa Belleli</em></p>
<p>Ich hab&#8217; die viel zu vielen Dinge entfernt,<br />
die Schatten werfen und Hindernis sind.<br />
Ich hab&#8217; mein Leben wie Trauben von mir gelöst,<br />
doch über mir mit der Zeit gewachsen.<br />
Ich hab&#8217; mich gesehn wie man im Gegenlicht<br />
die Finger einer Hand sieht.<br />
Und auf diesem einfachen Bild, in diesem Baum,<br />
der kein Laub getragen oder verloren,<br />
       warst Du noch immer.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Weihnacht&#8221; von Friedrich Dürrenmatt</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 15:48:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fei</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war Weihnacht. Ich ging über die weite Ebene. Der Schnee war wie Glas. Es war kalt. Die Luft war tot. Keine Bewegung, kein Ton. Der Horizont war rund. Der Himmel schwarz. Die Sterne gestorben. Der Mond gestern zu Grabe getragen. Die Sonne nicht aufgegangen. Ich schrie. Ich hörte mich nicht. Ich schrie wieder. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war Weihnacht. Ich ging über die weite Ebene. Der Schnee war wie Glas. Es war kalt. Die Luft war tot. Keine Bewegung, kein Ton. Der Horizont war rund. Der Himmel schwarz. Die Sterne gestorben. Der Mond gestern zu Grabe getragen. Die Sonne nicht aufgegangen. Ich schrie. Ich hörte mich nicht. Ich schrie wieder. Ich sah einen Körper auf dem Schnee liegen. Es war das Christkind. Die Glieder weiß und starr. Der Heiligenschein eine gelbe gefrorene Scheibe. Ich nahm das Kind in die Hände. Ich bewegte seine Arme auf und ab. Ich öffnete seine Lider. Es hatte keine Augen. Ich hatte Hunger. Ich aß den Heiligenschein. Er schmeckte wie altes Brot. Ich biß ihm den Kopf ab. Alter Marzipan. Ich ging weiter. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Es ist Zeit für ein Gedicht</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 12:33:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fei</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Corona von Paul Celan Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde. Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehen: die Zeit kehrt zurück in die Schale. Im Spiegel ist Sonntag, im Traum wird geschlafen, der Mund redet wahr. Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten: wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Corona</strong><br />
<em>von Paul Celan</em></p>
<p>
Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde.<br />
Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehen:<br />
die Zeit kehrt zurück in die Schale.</p>
<p>
Im Spiegel ist Sonntag,<br />
im Traum wird geschlafen,<br />
der Mund redet wahr.</p>
<p>
Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten:<br />
wir sehen uns an,<br />
wir sagen uns Dunkles,<br />
wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis,<br />
wir schlafen wie Wein in den Muscheln,<br />
wie das Meer im Blutstrahl des Mondes.</p>
<p>
Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße:<br />
es ist Zeit, daß man weiß!<br />
Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt,<br />
daß der Unrast ein Herz schlägt.<br />
Es ist Zeit, daß es Zeit wird.</p>
<p>
Es ist Zeit.</p>
]]></content:encoded>
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